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„Ich bin Single.“ – „Oh, gute Besserung!“

„Ich bin Single.“ – „Oh, gute Besserung!“

Das Single-Dasein - ein Makel?

Auch schon erlebt? Oder zumindest so ähnlich? Nun, es gibt eine ganze Reihe Menschen, die empfinden den Status „Single“ bei ihren Mitmenschen als eine Art Krankheit. OK, „Krankheit“ ist vielleicht zu hart, aber für sie ist das Singledasein eine (hoffentlich nur) temporäre Mangelsituation, die doch hoffentlich bald zu Ende geht. Und der oder die Singles ist ein Objekt ihres Bedauerns. Fehlt nur noch ein väterliches Schulterklopfen: „Na, das wird schon noch…“ - Aber passt das wirklich?

Das krasseste Sinnbild dieses „Mangels“ ist – wie könnte es in einer männlich dominierten Gesellschaft anders sein – weiblich: die „alte Jungfer“. Sie hat nie „einen abbekommen“, keiner hat sie „gewollt“, sie muss ergo absolut unattraktiv, vertrocknet und wahrscheinlich auch dumm sein (sonst hätte sie doch zumindest irgendeinen Mann abbekommen…).

Ein männliches Gegenstück fällt mir hierzu zumindest spontan nicht ein. Ein "alleinstehender alter Herr" hat eher ein positives Image.

Wer also von den weiblichen Singles nicht zur alten Jungfer verkommen will, der muss halt zusehen, möglichst in absehbarer Zeit noch irgendeinen Mann an Land zu ziehen, sonst…, ja sonst sieht es übel aus.

Also, die Gedankenkette „Single – da fehlt was – da ist der/die sicher selber dran schuld“ und die daran anschließende Frage „was macht ihn/sie denn eigentlich so unattraktiv, dass er/sie keine(n) abbekommt?“ ist ziemlich weit verbreitet. Aber trifft sie den Kern der Sache?

In einer Beziehung zu sein, sagt nichts über den Glückszustand der Beteiligten aus.
Gunda Windmüller, aus „Weiblich, ledig, glücklich – sucht nicht“
Ich meine: nein. Zeigt doch die Erfahrung, dass es überhaupt nicht einfach ist, "den" einen Partner oder "die" eine Partnerin zu finden, mit dem man über lange Jahre - am besten bis zum Schluss - eine glückliche, befriedigende Partnerschaft führen kann. Der Mensch ist ein dynamisches Wesen - er entwickelt sich. In jungen Jahren meist schneller, im fortgeschrittenen Alter langsamer. Und zwei Menschen, die miteinander leben, können sich parallel, aufeinander zu oder eben auch auseinander entwickeln.

Natürlich spielen eine offene Kommunikation und gegenseitiger Respekt eine ganz wichtige Rolle, ob eine Partnerschaft auf Dauer hält, aber dennoch: man hat es nicht 100% in der Hand, kann nicht durch irgendwelche "Kommunikationstricks" zwei auseinander driftende Persönlichkeiten aneinander binden. Höchstens zu dem Preis, nicht mehr allzu viele Erwartungen an den Partner zu haben, sich halt mehr oder minder auf einer praktischen Ebene miteinander zu "arrangieren".

Und gerade viele ältere, erfahrene Singles sind nicht mehr so blauäugig wie in jungen Jahren: sie entscheiden sich mehr oder minder bewusst für ein selbständiges Alleinleben, gehen vielleicht eine Partnerschaft ein, setzen aber nicht mehr "alles auf eine Karte". Und empfinden dies in keiner Weise als Mangel, sondern als ihrem Leben und ihrer Erfahrung angemessen.


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